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Monatsgedicht
Oktober
2007

Ein Mensch, von einem wilden Brummer
Gekitzelt aus dem Mittagsschlummer
Kriegt auf das Mistvieh eine Wut –
Doch er bedenkt – der Mensch ist gut! –
Daß dieses Tier an sich nicht schuldig:
Und darum fängt er es geduldig,
Wie frech’s auch zwischen seiner Nase
Hintaumelt und dem Fensterglase.
Den unerwünschten Zimmergast
Läßt er ins Freie, zärtlich fast
Und ist von Herzen überzeugt,
Daß Gott, der doch die Welt beäugt,
Für gute Tat ihm dankbar sei. –
Doch sieh! Ein Vogel schwirrt vorbei
Und hascht, ganz selbstverständlich–roh,
Den Brummer, der so lebensfroh.
Der Mensch erkennt, daß gute Taten
Durch Gottes Ratschluß oft mißraten.