Frau Hopsel kam mit Wehgeschrei
Am Freitag früh zur Polizei
Und meldete mit vielen Worten:
Ihr Gatte sei ermordet worden.
Sie habe ihn im Hausflur unten
Als tote Leiche aufgefunden. –
Die Polizei nimmt’s stets genau,
Sie arretierte gleich die Frau,
Weil sie zunächst verdächtig war,
Und sandte einen Kommissar
Zum Tatort, Tal 210,
Den Tatbestand sich anzusehn.
Der äußerst schlaue Kriminal
Fuhr stracks nach jenem Haus am Tal
Und ließ zunächst 6 Mann verhaften,
Die dort am Tor verdächtig gafften.
Mit scharfem Blick gebot er dann,
Das niemand rühr’ den Toten an.
Ein Arzt, der ihn bereits berührt,
Ward, als verdächtig, abgeführt.
Man arretierte noch zwei Herren
Und ließ sodann die Straße sperren.
Nun wurde alles, was passiert,
Auf das genaueste notiert,
Die Zeit der Handlung konstatiert,
Der Ort der Tat photographiert,
Die Leiche kurz rekognosziert,
Ein Pfandschein sehr genau studiert,
(Dazwischen auch ’mal kurz diniert),
Der Toten wagen alarmiert,
Ein langes Messer konfisziert,
Sodann die Nachbarschaft zitiert,
Vom Kommissar examiniert,
Zur Sicherheit desinfiziert
Und ins Gefängnis transportiert,
Sodann das Haus nochmal durchsucht
Und alles ganz genau gebucht.
So nach und nach im Lauf der Zeit
Kam mit gewohnter Schnelligkeit
Der Totenwagen vorgefahren.
Nun galt’s die Leiche aufzubahren.
- In diesem Augenblick – entsetzlich! –
Erhob der tote Mann sich plötzlich
Und brummte, scheinbar sehr betroffen:
„Kreizdeifi, war i wied’r amoi b’soffen!“

Was weiter dort sich zugetragen,
Das kann ich leider selbst nicht sagen.
Das Amtsblatt, das ich interviewt,
Bleibt konsequent, es schweigt vertieft.