Der Frühling gießt den Regen durch ein Sieb.
Die Veilchen stehen Hand in Hand und flennen.
Wenn die erst wüßten, was mir Dora schrieb.
Sie sei zwar äußerst sparsam im Betrieb,
doch trotzdem müßten wir uns, meint sie, trennen.

Die Bäume sind nur, wenn man hinschaut, kahl.
Die Straße blüht, als war's zum erstenmal.
Was alles grün ist, selbst die Autotaxen!
Ich laß mir keine grauen Haare wachsen.
Für so etwas ist meine Brust zu schmal.

Der Regen regnet fast wie dünner Zwirn.
Der liebe Gott näht Blumen auf den Rasen.
Ich hätte Rheumatismus im Gehirn
und eine, schreibt sie mir, plissierte Stirn.
"Und meine Seele lief sich bei dir Blasen."

Herr Ober, bitte eine andre Frau!
Ein Glück, daß Frühling wird. Die Luft weht lau.
Und von den Wunden spürt man nur die Narbe.
Die Welt ist grau, und Grau ist keine Farbe!
Jetzt sind sogar die schwarzen Wolken blau.

Die Blumen blühn, und keiner kennt den Grund.
Man atmet dreimal tief und ist gesund.
Ich kann nur sagen: "Ora et labora."
Ich ärgere mich nicht weiter über Dora
und kaufe mir am Ersten einen Hund.

Nanu, da ist ja schon der Lietzensee.
Jetzt geh ich heim und koche mir Kaffee
und freß ihn ganz allein, den guten Kuchen.
Paul hat im Kino kostenlos Entree.
Den könnte ich zum Abendbrot besuchen.