Jumbo, der Elefant entfloh
auf Zehenspitzen aus dem Zoo.
Es war in einer Winternacht.
Der Vollmond lacht, kein Wächter wacht,
als unser Mister Jumbo sacht
sich heimlich aus dem Staub gemacht.
Zum Staub war jetzt zwar nicht die Zeit,
es hatte weit und breit geschneit.
Der Tiergarten lag rings mit Schnee
geschmückt von einer Märchenfee.
Just, wie der Ochs am Berge stand
Jetzt vor dem Schnee der Elefant.
Jumbo blieb ganz entgeistert stehn,
er hatte niemals Schnee gesehn.
Er schnuppert, lacht und ruft: »Juchee,
dacht ich mirs doch – der erste Schnee.«
Dann ist er munter losgestapft.
Sein Rüssel war schon eisbezapft.
Als dann erschöpfte seine Krapft
hat er nach frischer Luft geschnapft.
Im Rosengarten macht er Halt.
Der Jumbo hustet: Man wird alt.
Im Winter ist es manchmal kalt.
Der Wald ist keine Brutanstalt.«
Nach diesem kurzen Monolog
der Elefant dann weiter zog.
Er stapfte weiter Schritt um Schritt.
Der frische Schnee wie Fensterkitt,
wenn er die Beine senkt und hebt,
fest unter seinen Sohlen klebt.
Auf diese Weise bis zum Grund
im Neuschnee Loch um Loch entstund.
Ein herrliches Erkennungsmal,
ein Fressen für die Kriminal.
Jedoch für Jumbo leider nicht.
Die festgeklebte Schicht um Schicht
wuchs beim Marschieren immer mehr,
und Jumbo wurde hoch und höhr.
Wie es sehr oft im Leben geht,
daß plötzlich man auf Stelzen steht,
so ging es auch dem Elefant,
daß er auf weißen Säulen stand.
Als Untier sah man ihn von fern
vorbeispaziern am großen Stern.
Er ging bedächtig Schritt um Schritt,
und wuchs – und wuchs bei jedem Tritt,
ein Ungetüm ganz grandios,
fast dreimal überlebensgroß.
Er rauscht heran wie Donnerhall,
wie Schwertgeklirr und Wogenprall.
Bis er am Brandenburgertor
das linke Hinterbein verlor.
Es kam der liebe Sonnenschein
und Jumbo wurde wieder klein,
denn Gott läßt Elefantenhachsen
niemals bis in den Himmel wachsen.
Dem Jumbo ging es ebenso,
Nun Marsch zurück – rin in den Zoo. –