Ich sah hinterm Zaun dein verzagtes Gesicht
von Dornen und Straeuchern umgeben.
Du strebtest vergebens nach Sonne und Licht,
die Zweige verbogen. Nein, schön warst du nicht.
Ich half dir im Kampf um dein Leben.

Ich habe gegraben, gehackt und gesägt,
befreite von Moos deine Rinde.
Die Krone gesäubert, den Stamm freigelegt,
ich hab dich nach all der Entbehrung gepflegt
gleich einem verwahrlostem Kinde.

Du bist verjüngt aus dem Schlafe erwacht.
Im Frühling, dem sonnigen warmen.
Wie hast du geleuchtet in blühender Pracht,
glückstrahlend, mir morgens entgegengelacht:
O komm doch und lass dich umarmen!

Nun stehst du im Herbst als ein prächtiger Baum
mit köstlich beladenen Zweigen.
Es duftet wie Weihnacht im festlichen Raum,
rot schimmern die Äpfel, ein kindlicher Traum.
So schön ist dies dankbare Schweigen.

Du hast mir unzählige Freuden beschert,
uns allen, dem Fink, der Meise.
Du warst mir die Liebe und Mühe schon wert.
Das wirkliche Denken hast du mich gelehrt,
so reichlich, so herzlich, so leise.