Ein Karren steckt im Straßendreck
und rührt und regt sich nicht vom Fleck.
Das Pferdchen zieht mit Allgewalt,
der Fuhrknecht mit der Peitsche knallt.
Die Achse kracht, die Deichsel bricht,
der Wagen rührt und regt sich nicht.
Zwei Männer stehn voll Seelenruh
am Straßenrand und schauen zu.
Greift jemand in die Speichen ein?
Ach, keine Spur. I wo. O nein.
Der Fuhrmann kommt darob in Wut,
er zückt die Peitsche, zückt sie gut,
und peitscht damit ganz hundsgemein
nun auf das arme Rößlein ein.
Jetzt werden auch die Männer wach,
und es entsteht ein großer Krach.
Sie schrein mit Fug und Recht empört:
»Der grobe Kerl. Das arme Pferd.«
Sie greifen auch sofort zur Tat.
Sie greifen, aber nicht ins Rad,
o nein, gleich an den Hals dem Knecht,
verprügeln ihn ganz kunstgerecht,
zertrümmern ihm das Nasenbein.
Heißt Überschrift: »Tierschutzverein.«
Und du und ich – und ich und du,
wir stehn dabei – und schauen zu.
 
   

<