Ein Seufzer schwebte ganz allein
hoch über einem Birkenhain.
Der Seufzer seufzte tief und schwer
oh weh, oh weh, es quält mich sehr,
dass ich ein männlicher Seufz-Er
ich wünsche Seelensympathie
mit einer weiblichen Seufz-Sie.

Der Seufzer war so intensiv,
dass er sein Weib ins Leben rief.
Bevor der Mond am Himmel hing
der Seufz-Er die Seufz-Sie umfing.
Er herzte sie und küsste sie:
„Du meine einzige Seufz-Sie!“
Sie seufzten glücklich alle zwei,
ach war das eine Seufzerei.
Sie gingen ineinander auf,
und siehe da, am Morgen drauf
tront auf der Birke – als Prinzeß –
ein kleines winziges Seufz-Es.

Es tönte lieblich durch den Mai
jetzt die Familien-Seufzerei,
wie ein gefühls-harmonisches
Konzert von Seufz-Er, -Sie und -Es.
So war es und so wird’s immer sein:
Ein Seufzer kommt niemals allein.